Eselsgesang

Es zieht, es zerrt, die Einsichten sind da, aber die Einsicht ist nicht da, der Esel erkennt sich, will aber kein Esel sein. Das Leben in einem Traum, die große Sehnsucht nach großen Taten, schaut her, ich bin’s, Verführung, komm, stürz dich ins Unglück, sei ein Träumer und lehne dich zu weit aus dem Fenster. Was rät man einem solchen Menschen?

Derweil windet es sich, arg bedrängen die Ideen die Realität – besser ich wäre jemand anderes, komme raus, am besten groß, aber mit understatement, versteht sich, schließlich bin ich kein Proll, der sich nach dem Lottogewinn, Ferrari und Eigenheim – doch alles nur Trugbild und ein Bekanntes:

Ich werde niemals jemand anderes sein als ich.

Das kühlt ab, regelt runter, geht direkt rein, ins Herz, in die Hose. Fühlt sich an wie pinkeln im Winter, im Freien. So kurz.

Dieses Jahr wieder große Attitüde in Mode, käuflich, Winterschluß, auch wenn es das nicht mehr gibt. Die Kreditkarte kann im Portemonaie bleiben, das hatten wir doch schon mal, hoffentlich fällt man nicht schon wieder auf die Mode rein, fadenscheinig, wahrscheinlich noch nicht mal Fernost, sondern US-amerikanisch, fast (wie in fast food) und zuviel Glukose-Malzsirup. Deswegen sind alle zuckerhigh und glauben das, was auf der Cerealienpackung steht. Deutschland sucht den Superstar.

Es sollte eingebrannt werden, in die Haut, es muß nach verbranntem Fleisch riechen, höllisch schmerzen und nie wieder rückgängig zu machen sein. Vielleicht erinnert man sich dann.

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