Zu_den_Sternen

Ein älterer Text, irgendwo im digitalen Kabuff gefunden.

Hier kann ich mich im Spiegel betrachten. Gestern noch sechzehn Jahre alt, heute Bergfest. Die Menschen auf den Bildschirmen berichten, daß unsere heile Welt aus den Fugen gerät, gerät wird, Gräten, Verschluckgefahr. Endlich sagt es mal einer: noch tausend Jahre. Ein tausendjähriges Reich, daß ich ernst nehmen kann. Dann zu den Sternen, rauf, einen anderen Planeten aussaugen. Ansonsten kann Händel, Eco und Rothko nicht mit. derweil funk. e. ich. Hinaus, Hirn aus, in die endlose Stille der vernetzten Computer. Einfach machen. Die Gedanken kreisen, überholen sich; Endlichkeit ist so unfassbar, man müßte glatt drüber schreiben. Doch erleben ist besser. Verfall, das leichte Rauschen und Knuspern, giemen und rasseln, hier ein Knacken, dort Gestöhne.

He Sechzehnjähriger! Warum genießt du nicht einfach deinen und die der Anderen knackige Körper? Weniger Denksport, mehr Vollkontakt. Unbedarftes lustig sein – jetzt: Vorsicht vor dem nassen Laub. Alles kein Problem, weil keine Bedeutung. Ruhige Betrachtung vom Sofa aus. Tausendfaches Sterben draußen vorm Fenster, drinnen Spekulatius. Spektakuläre Verdrängung. Wann wird die Dividende fällig, wie lange muß noch das Haus abbezahlt werden? Heutige Empfehlung des Hauses: Beinahe tödlicher Unfall, Intensivstation, Verlust von Gliedmaßen, ständige Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Wer dann nicht glücklich wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Weiterreiten. Sex Toys, Glücksbärchis, 48h Deo-Wirkung. Das nächste Drama liegt nicht weit entfernt und damit auch die x-te Wiederholung. Dann die Bilder des individuellen Leids. Gibt es nichts Schönes, Trost für die sinnlos Gepeinigten? Man darf seine Kinder nicht belügen. Darf man nicht? Muß man? Du wirst von mir keine Geschichten hören. Suche nach angenehmen Erinnerungen. Weites Meer. Begegnung mitBewohnern.

Der Moment, wo wir das Selbst vergessen oder der Schmerz nachlässt. Die Musik, die man endlos rauf und runter hört. Aber all das ist nur eine Zuckung, verzweifeltes Nichtwahrhaben wollen. Sinngeklaube. Und Wiederholung, bis eines Tages der Geist wirklich zur Ruhe kommt. Jetzt habe ich Lust auf einen Doppel-Whopper und Pommes. In unserem Stadtteil lebt eine bemerkenswert große Population von Kaninchen. Fressen, Fortpflanzen, Flucht. Keine Einkommenssteuer, keine Religion, keine Diskussion darüber, ob es in Ordnung ist Fell zu tragen. Eines, Tages, wiederhole, ich, die, Regeln, der, Kommasetzung. Aber laß dich nicht täuschen – in Wirklichkeit gibt es nichts, über das man schreiben könnte. Das Negative ist nur eine Attitüde, ebenso das Positive. Mit dir atmet das ganze Universum ein und aus. Kein Joke. Auch keine Beruhigungspille; es sei denn, du empfindest ‚Wasser ist naß‘ als beruhigend. Warum nicht einfach unterlassen? Nichts mehr tun. Die Illusion nicht mehr füttern, Vollendung in der Weigerung. Vielleicht sogar nicht mehr sprechen. Ein köstlicher Gedanke. Nur noch warten und betrachten, mit den Sinnen dem Lauf folgen. Keine XtraVa ganz. En.

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