Verlierern

Es ist keine Depression. Worthülsen auf die mit Kanonenkugeln geschossen wird. Fucking Hinterherhecheln. Wir fehlen die Worte, ich bin halt so, nehme es persönlich, warum immer dieses Lügen, Platz 23 in der Loserparade, dauert noch ne Weile. Brauche es jetzt schon nicht mehr, kann mich nicht abfinden, vielleicht doch den Zug nehmen. Nach Lissabon. 

Die Welt ist ein Dreckshaufen. Klar, natürlich nur eine Illusion, absolut gleichwertig zu ‚Die Welt ist wunderbar!‘, aber das ist meine ganz alleine, mein Recht, meine Sicht, insofern doch: Die Welt ist ein Dreckhaufen, verursacht durch uns Menschen. Wieder falsch. Besser: Ich leide an der Grausamkeit des Menschen, an seiner Unfähigkeit zur Einsicht, an dem Zwang daran teilhaben zu müssen, wissentlich Mittäter zu sein. Es geht nicht um einen ominösen ‚Mutter Natur Gaia halt die Fresse‘-Zustand. Das hier und jetzt könnte besser sein.

Riesenluxusyachten. Schlag in die Fresse vom Sklavenhalter, showing off, meiner ist länger und du wirst dein ganzes Leben damit verbringen, mir meine Wasserhähne zu vergolden. Du wirst dabei sein, wenn ich deine Kinder auch zu meinen entbehrlichen Sklaven mache. Manchmal ist der Tod die bessere Wahl. Der Tod der Superreichen. Erschlagen, verbrennen, die Wurzel ziehen, überrennen, Auge, Nase und dann das Herz rausschneiden, in dieser Reihenfolge und danach die Eltern. Spucke Galle. Schwarzes Blut, pisse Säure, aber es nutzt nicht viel. Es muss halt raus.

Dabei habe ich es noch warm. Gleich Nahrung aus dem Kühlgerät. Anderswo keine Nahrung aus dem Kühlgerät, stattdessen Elektroschrott-Mount-Everest, Kabelbrand einatmen, das was in den Mund geschoben wird ist hauptsächlich Schimmel. Wir fischen die Meere leer. Dabei mag ich doch so gerne Fischstäbchen, Kindheitserinnerungen – doch schon für damals galt: weinen über den Vogel, der sich an der Windschutzscheibe das Genick brach, nur weil wir aus Spaß von A nach B fuhren. Mittlerweile gibt es ernst gemeinte Texte in den Leitmedien, die besagen, daß man doch bitte in Deutschland, weil doch mehr schöne Ecken als gedacht, ohne Flugzeug zu erreichen.

Und überhaupt dieses Schreiben: Was will ich damit bitte erreichen? Ist nur mich, um nicht zu vergessen. Wäre ich wie der kleine, alte Rumäne in Paris, saß in seinem Dachloch, wurde ihm bezahlt, schlief nicht, schrieb nur für sich und dann weil er essen wollte, mußte es raus, Buch, Geld, dann wieder schlaflose Spaziergänge. Dement im Alter. Gunther Sachs hat sich nach seiner Alzheimer-Diagnose in den Kopf (oder Herz, jedenfalls tödlich) geschossen. Kein verlustiges Sabbern.

Gleich wieder geistige Republikflucht. Endloses Entlangreiten an virtuellen Gewässern. Spielstation. Mit Kakao und Keksen.

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