Frühlingsgefühle

Das Leben ist eine durch und durch niederschmetternde Angelegenheit. Wir werden als nackte, absolut hilflose Hosenscheisser geboren, obwohl wir noch gar keine Hose, aber recht bald schon eine Designer-, falls sich das unsere Erzeuger leisten können. Direkt danach quatschen uns unsere Eltern voll, drücken Worte in uns hinein, natürlich müssen sie das, sonst kann Baby die Straße vom Automobil nicht unterscheiden, dann aber unweigerlich das Bewusstsein, wir in unserer Haut, du in deiner, Umweltschutz, Selbstoptimierung. Kaum angekommen wachsen die Titten, in den Gonaden rumort es, man rennt los gegen Wände, zerschlägt Scheiben, weiß nichts und vor allem nicht warum, trinkt Alkohol und fällt in den Schminktopf. Es kommt die lange Dunkelheit, die Ketten rasseln und der Glaube versetzt keinen verdammten Maulwurfshügel. Die Glücklichsten glauben an eine Bestimmung, im Job zumeist, andere woanders; wechselnde Geschlechtspartner und die Brigitte Diät als Schutzpatrone der Ratlosigkeit. Ausbeuten oder ausgebeutet werden. Dann kommt die Besinnung, vielleicht oder man sucht das Heil in der Sucht, abschalten und bloß nicht anhalten, sonst kommen andere und überholen. Verfall setzt ein, die Ernte sollte eingefahren werden, doch Kraut und Rüben in Scherben liegen.

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