Taugenichts Diaries

Ich habe nichts zu sagen. Alles was ich sagen kann und wird gegen mich verwendet werden. Also kein Problem, nichts wird mir passieren. Treiben, Triebe und immer wieder Zerstreuung getarnt als Projekt, jetzt mache ich es wirklich. Der Traum, den wir Sklaven alle träumen, Elvis, Pelvis, Übervater, Coca Cola, sacra mater, fickificki alles im TV Sonderpack, Filmarchiv Hollywood. Von allen Seiten steigen die Gerüche auf, ich bewege mich auf internationalem Parkett, an der ganz langen Leine. Werde entsandt und gehorche aufs Wort, mache all die Dinge, die noch nicht von einem Roboter unternommen werden können, oder die der Kunde nicht automatisiert akzeptieren würde. Aber warte nur ein Weilchen, bald schon wird es dir der geringe Preis, das Spardiktat schon noch austreiben.

Auch ein Kunde ist nur ein Rädchen im Getriebe des Wirtschaftsablaufs; es geht nicht wirklich um irgendeinen Mehrwert, es blinkt nur noch, es ist mobil und immer weniger Menschen werden benötigt, weil immer weniger Menschen benötigt werden sollen. Alles war schon gesagt, als Tinte und Papier erfunden wurden – das andere ist nur noch Brandbeschleuniger, schneller auf den Blocksberg zurück, husch husch und am Ende der Wertschöpfungskette kratzen wir uns verwundert am Kopf und schauen zurück, sehen nichts und bleiben dumm. Sie sehen also, ich bin auf Geschäftsreise. Montage. Nicht wie der Wochentag, sondern französisch ausgesprochen, Montajsche vielleicht.

Einrichten von Menschenüberflüssigmachweichware. Kann ich es verantworten? Habe ich eine Wahl? Vielleicht. So viele Gerüche auf dem Flughafen, bunte Bilder, günstige Preise, jedenfalls für einen Flughafen. Wenn es sich einrichten lässt, bin ich so früh wie möglich am Flughafen, sitze als erster am Gate. Wo ich bin ist vollkommen egal, es ist ohnehin alles gleich, nur die Sprachen ändern sich ein bisschen, aber auch hier regiert schlechtes Englisch als Weltsprache. Aber klar bin ich privilegiert. Mehr als andere auf dem Planeten, aber dieser Gedanke verbietet sich. Relativierung hilft nicht. Muss irgendwas helfen? Gleich hetzen alle wieder zum Boarding, obwohl sich der Vorgang durch Voreile nicht beschleunigen lässt. Auch sonst nicht. Das Wasser hier schmeckt vorzüglich. Das habe ich mir abgeschaut, nachgebaut – ein Kollege kauft sich eine kleine Flasche Wasser trinkt sie vor dem Security Check aus, lässt sich durchleuchten und füllt sie danach wieder auf dem Klo auf. Hier kann man das machen, hier ist alles sauber, das Wasser schmeckt gut, riecht nicht und erfrischt. Außerdem ist das besser, als irgendeine Zuckerplörre zu trinken, Limonade, Coca Cola enthielt früher Kokain; das weiß jeder. Aber sein Erfinder hat es erfunden, weil er damit seine damals legale Heroinabhängigkeit heilen wollte. Rollkoffer in Masse machen Lärm.

Switch zum coolen Online Schreibetool, wem will ich imponieren, soviele junge Menschen, Mädchen, schön anzusehen. Aber die interessieren sich nicht die Bohne für so einen alten Furz wie mich und das ist auch verdammt gut so – im übrigen, was hätten die mir schon zu sagen, kicher, kicher. Aber wieder nichts, längster Tag des Jahres, zuviel verraten? Aber was solls? Fallende Träger lösen erotischen Reflex aus. So langsam schmerzen Rippen und Rücken. Und das Brustbein. Draußen werden Container beschriftet, Listen gecheckt, Emirates, Turkish Airlines. Turkish Airlines ist die teilstaatliche Fluggesellschaft der Türkei mit Sitz in Istanbul und Basis auf dem Flughafen Istanbul-Atatürk. Junge Damen lösen Kreuzworträtsel in einer merkwürdigen Sprache. Ich habe nichts zu sagen, bitte gehen Sie weiter, achten sie nicht auf das Gefasel. Wenn man keine Schmerzen hat, dann hält man das für komplett normal. Nussknackerartige Mitreisende mit großen Kleidersäcken schauen ungeduldig nach draußen – wollen die das Flugzeug kaufen? Alle stehen auf dem Rollfeld, krabbeln ins Flugzeug, wollen sitzen, ruhen oder wichtig tun. Ich tue immer wichtig, Musik auf den Ohren, Soundtrack für Mr Wichtig!

Die Gurte wurden vorher immer von dünneren Menschen genutzt, immer muss ich sie weiten, Dickbauch, Geblähe, bloß hier nicht. Flug in den Untergang, Sonne ist gemeint. Wal, da bläst er! Diesmal keine Übelkeit, alles im Normbereich, Kerosindusche, die Turbinen werden die Musik, werden zur Musik. Es ist Gefallsucht, wünschte es wäre nicht so. Vogel fliegt, rechts das Licht, links sieht man sích als Spiegelung. Alles ist im Wandel, Ruhe kommt, alle müssen warten, gelandet, zuhause, jetzt gedämpft, aber niemand darf aussteigen. Vielleicht übernachten wir ja hier. Nur die Unverzagten stehen noch. In Gedanken Schlaf oder Essen oder die Angst vor der Seelenquetsche, Wichtigkeit, Wichtigkeit; morgen. Eines Tages das Ende, jetzt schon hätte ich mir heftigere Turbulenzen, in der Luft Aufzug fahren, plusminus 20 Meter, jedoch die große Ruhe. Ich habe nichts zu sagen.

Ein Bus naht, jetzt stürzen wir wieder, Lemming. Doch nicht, unacceptable service sagt der Kapitän, Mensch ist leise, fügt sich, vielleicht gibt es ja freie Getränke und eine Massage der freundlichen Flugbegleiterinnen. Ist es schon eine halbe Stunde? Die Unverzagten stehen immernoch, was sind das für Menschen, hoffnungsvoll vielleicht, glauben die an den Gott des Flughafen Busverkehrs? Bekehrte Taxifahrer. Denke an die Reisekostenabrechnung. Jetzt wieder ein Bus am Horizont. Auf einmal geht alles sehr schnell, die Zweckgemeinschaften lösen sich auf, alle wieder Fremde auf ihren Bahnen in der Bahn. Es dunkelt die kürzeste Nacht herein, 11 Stunden Ruhe bis zum Arbeitsbeginn andernfalls ist man nicht versichert.

Die Konstante ist der Kopfschmerz, aber jetzt beginnt Quality Time, von denen gab es mal Toffees, kleine Blechdose. 

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