Zahnschmerz

Dentale Schmerzen. Ignorieren, abwiegeln, aber man weiß es ja, trotz der Sorgfalt, sogar mit Zahnseide, warum heißt das wohl Zahnseide (vielleicht mal wieder die Chinesen, die hätten ja auch den Messias mehr verdient, als die Barbaren in Judäa), und Ibuprofen – wieder eine Frage: woher weiß das Ibuprofen wo der Schmerz ist? Intime Einsichten, immerhin macht man ja nicht für jeden dahergelaufenen Wicht den Mund auf, Sondieren, Spiegeln, Tasten womöglich, kenne ich sie irgendwoher?, Inlay, Brücke, Krone, war es eigentlich die ganze Zeit so, Schweißtropfen rückennah. Dann ein erlösendes Wort, mehr noch, Lob, natürlich auch eine Kritik, aber verhalten, nicht wie die Trümmerfrauen damals, egal wird alles gefüllt, immerhin sind wir in den Siebzigern und privat versichtert. Der schwierige Teil ist der mit dem nicht-essen – nicht-essen, nicht-sein, nicht-tun – WuWei in Weimar. Diesmal nur eine halbe Stunde, aber ist ja Mittag, warme Speisung. Und ja, der Schmerz ist weg.

Grand day out

Bevor das Tastenkästchen wieder an die Verstromung kommt, der Balken sinkt herab, jetzt schon gelb, bald rot, durchpulst mich der Wunsch nach Wichtigkeitsäußerung.

Warm der Tag, diesmal Sonnenscheindauer zwölf Stunden, so weit die Füße tragen, hinaus – ist ein zielloses Einherschreiten, eher wie so ein Besucher, fehlte nur der Führer, die besten Tipps, jetzt um die Ecke und dann steht sie da. Oben die Plaza, da laufen dann die Leute rum, bewundern das Bauwerk und die Aussicht, ein bisschen wie damals bei den Weltausstellungen, Chrystal Palace und das Wundergeschütz von Krupp, jetzt aber alles friedlich, von der Kapitalzurschaustellung einmal abgesehen.

„Grand day out“ weiterlesen

Zu_den_Sternen

Ein älterer Text, irgendwo im digitalen Kabuff gefunden.

Hier kann ich mich im Spiegel betrachten. Gestern noch sechzehn Jahre alt, heute Bergfest. Die Menschen auf den Bildschirmen berichten, daß unsere heile Welt aus den Fugen gerät, gerät wird, Gräten, Verschluckgefahr. Endlich sagt es mal einer: noch tausend Jahre. Ein tausendjähriges Reich, daß ich ernst nehmen kann. Dann zu den Sternen, rauf, einen anderen Planeten aussaugen. Ansonsten kann Händel, Eco und Rothko nicht mit. derweil funk. e. ich. Hinaus, Hirn aus, in die endlose Stille der vernetzten Computer. Einfach machen. Die Gedanken kreisen, überholen sich; Endlichkeit ist so unfassbar, man müßte glatt drüber schreiben. Doch erleben ist besser. Verfall, das leichte Rauschen und Knuspern, giemen und rasseln, hier ein Knacken, dort Gestöhne.
„Zu_den_Sternen“ weiterlesen

Ende Verbände

Es ist passiert: wir haben uns aus der Illusion verabschiedet, alles durchschaut, der Tom Waits lebt auch irgendwo im Einfamilienhaus, trinkt in Echt nur so ein paar japanische Verdauungsjoghurts und joggt morgens; klar jetzt ist es offensichtlich, der Adam Ant mit seinem Piratenkostüm, der hat nie auf einem Hausboot gewohnt. Abends ist der Prince doch auch vorm Fernseher eingeschlafen, sagte einem nur keiner.
„Ende Verbände“ weiterlesen

Spätheimkehrer

Die Gefühlswelt brodelt unter dem Deckel, kleinste Nano-Nadeln rauschen durch die Adern, auf dem Gesicht ein Rudel Meerschweinchen, richtig atmen kann ich damit auch nicht, gelegentliche Blicke auf die Uhr. Kämpfe gegen die Zeit – Mitternacht, Geisterstunde, neuer Tag, ganz früh.
„Spätheimkehrer“ weiterlesen

Den ganzen Abend am CSS des Blogs geschraubt und versagt. Wie soll ich mir morgen bloß in die Augen schauen können?

Abstürze

Ich, sitzend im Bett, antiquierte Hardware auf dem rechten Oberschenkel, Bauch stützt, geht erst seit ein paar Jahren, vorher anatomisch unmöglich gewesen. Ich schrieb. Gerade ein paar sehr gute Zeilen, dann plötzlich der Absturz. Deswegen wechseln des Schreibprozessors. Hold the line!
Hoffe, daß es jetzt im digitalen Bauch bleibt und nicht wieder gewölleartig ausgespuckt und verlustig gehen wird.

„Abstürze“ weiterlesen

„Wir sind alle Ausländer im Ausland“

Ohne sich komplett lächerlich zu machen, kann man nur noch in Zitaten schreiben, wobei das Praktische daran ist, daß schon alles einmal irgendwie gesagt wurde. Man könnte also so eine Art Baukasten benutzen, um Seite um Seite zu füllen. Oder es dreht sich alles nur noch um die eigene Person. Also genau das, was wir so normalerweise im sogenannten Alltag machen. So will ich denn also auch verfahren.

„„Wir sind alle Ausländer im Ausland““ weiterlesen

Hier ist die Vermittlung

Ich kann mich und somit meine Umgebung anderen nur dadurch mitteilen, daß ich aufführe, was nicht ist.

Irgendwann ist man dann nahe an meiner Wahrheit.