Einmal Oldenburg und zurück

Endlich ist es wieder Samstag, die Rehkuh steht an der Strecke. Die jahrelang ungenutzten und verwahrlosten Gebäude, vormals Bahnhöfe, stolz des Ortes und Zeichen für den einziehenden Fortschritt, keine beschwerlichen Reisen mit dem Ochsengespann mehr, plötzlich erscheinen sie erneuert, gepflegt und jemand kehrt vor der Türe. Windräder quirlen auf, die Sonne vertreibt den Mogennebel und die Schweinemast schmiegt sich ins sanfte Grün. Eine pakistanisch verkleidete Familie versucht zu reisen, aber so recht können sie sich nicht entscheiden, die Mutter pendelt zwischen den Sitzplätzen der acht Kinder und die Capri-Sonnen, die jetzt Capri-Sun heißen, sind für sie schon untergegangen. Das anthroposophische Ottersberg droht. Unbegreiflich, daß hier ein Zug anhält, bin aber einigermaßen beruhigt – der Bahnhof ist mit tibetischen Gebetsflaggen geschmückt.

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